In Bhutan ist „Alles in Buddha“

Das Königreich Bhutan (deutsch meist Druk Yul, gesprochen „Dru Ü“) ist das „Land des Donnerdrachens“, ein unabhängiger Binnenstaat im Himalaya in Südasien, an China und Indien angrenzend mit 750.000 Einwohnern.

Das Land ist durch seine Geographie uneinnehmbar und unattraktiv für die benachbarten Großmächte,  ein abgeschiedenes Land voller Schönheiten, gilt als eines der letzten Paradiese.

Die Religion spielt für Bhutan eine besonders Starke Rolle. Die Staatsreligion Buddhismus ist bei zirka 73 % der Bevölkerung, die zu großen Teilen noch sehr religiös und traditionell lebt.

Das Politische System Bhutans basiert auf einer Konstitutionelle Monarchie. Seit 2006 regiert Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der im Jahr 2008 zum „Drachenkönig“ gekrönt wurde und die Schaffung eines Parlamentes als besten Weg für den weiteren Fortschritt in Bhutan entschied. Bhutan ist seit 2008 die jüngste Parteien- bzw. Parlaments-„Demokratie“ der Welt.

Bhutan entwickelte sich vom asiatischen Armenhaus zu einem Vorzeigemodell – vor allem hinsichtlich der gemeinsamen Lebensweise.

Das Emblem von Bhutan:

Flagge Bhutans:

Flagge Bhutans

Dzong (Festung) von Trongsa:

Kloster Taktsang (auch „Nest des Tigers“)  in fast 3000 Metern Höhe:

Wirtschaftsmodell ist nicht auf Wachstum orientiert

  • Bhutan ist neben Ecuador eines der wenigen Länder, die ein nicht wachstumsorientiertes Wirtschaftsmodell in der Verfassung verankert haben.
  • Alle wirtschaftlichen Interessen des Landes werden dem Umwelt- und Naturschutz untergeordnet, weswegen das Land über eine Naturbelassenheit verfügt, die heutzutage, relativ auf die Landesgröße gesehen, nahezu unvergleichlich auf der Welt ist. So sind z. B. immer noch zwei Drittel Bhutans bewaldet.
  • Bhutan ist das letzte Land der Erde, in das das Fernsehen (1999) eingeführt wurde. Das Fernsehen ist inhaltlich hauptsächlich der königlichen Familie sowie gesundheitlichen Themen gewidmet. Man weiß über die Verführungskraft der Medien, weshalb keine Gewaltfilme gezeigt werden dürfen.
  • In Bhutan ist man als Westler mit Kern-Fragen unserer Zeit konfrontiert: Warum lernt der Westen nicht aus seinen Fehlern? Warum wird die Krise seit 2008 nicht zu einer Umkehr genutzt? Warum sehen die Konzerne nicht, daß sie durch den Raubbau ihre eigene Existenz zerstören? Warum ging die Ehrfurcht vor der Natur verloren? (siehe David Icke: „Robots Rebellion“)
  • In Bhutan werden Entscheidungen nach einem ganzheitlichen Wertesystem getroffen: Das Land lehnte z. B. ab, Mitglied in der WTO zu werden, weil sich das negativ auf das Gesamtwohl ausgewirkt hätte.
  • Auf UN-Ebene ist der kleine  Staat beauftragt, weltweite Lösungen für ein gesundes Wirtschaften zu erarbeiten. (Dazu gehören eben nicht Gier und Profitsucht!)

Bruttoinlands-Glück („Gross National Happiness“)

  • Die Losung des Königs von Bhutan: Glücklich sein ist wichtiger als das Bruttosozialprodukt. Staatsziel Nr. 1 ist Glück.
  • Die Menschen erleben, daß ihr König sich um das Wohl der Menschen im Lande kümmert. „Derart königlich beglückt huldigt das Volk seinem Oberhaupt bei jeder Gelegenheit. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die royale Euphorie im Herbst 2011: König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck (der 5. Druk) heiratete Jetsun Pema, eine bürgerliche Pilotentochter. Bhutan war begeistert. Und als sich das frisch vermählte Paar nach der Trauung nicht auf eine mondäne Hochzeitsreise Richtung Karibik begab, sondern selbst entfernten Gegenden der Heimat seine Aufwartung machte, war ein „Königspaar der Herzen“ geboren.(Königreich in den Wolken)
  • Der frühere König Jigme Singye Wangchuck prägte den Ausdruck des „Bruttonationalglück“ seiner Bevölkerung, das er als wichtiges Ziel der (Wirtschafts-)Politik Bhutans formulierte.
  • Diesem Zweck dient in Bhutan sogar eine eigene Kommission für das Bruttonationalglück des Staates, das eine Art „Landkarte“ der Befindlichkeit der Menschen erstellt.
  • In diesem Zusammenhang plant und führt Bhutan seit 1961 Fünfjahrespläne durch, um die Entwicklung des Landes zu steuern.
  • Die Ziele dieser Entwicklungspläne bisher waren z. B. -Aufbau der Verkehrsinfrastruktur, -Ausbau der Wasserkraft, -Förderung der Industrie und Landwirtschaft,-Reduktion der Armut (Statistisch gilt Bhutan als eines der ärmsten Länder der Erde).
  • Das Zeitgefühl im Himalaya kennt keine Hektik. Rituale verlangsamen und harmonisieren das Leben.
  • Das Land sieht seinen Reichtum in der Natur und läßt „für keine Summe der Welt“ Bergsteiger oder Jäger ins Land. Finanzielle Einnahmen aus dem kontrollierten Tourismus kommen auch allen Menschen zugute.
  • Das Land investiert viel in spirituelle (Klöster) und weltliche Bildung (staatliche Schulen). Viele junge Menschen studieren im Ausland und die meisten kehren wieder nach Bhutan zurück.
  • Lachen ist in Bhutan der Alltag.  In der Halle des einzigen Hotels (unter Leitung eines Schweizers) hängt z.B. eine Collage mit den Köpfen der 80 Mitarbeiter, die alle lachen.
  • Die Hunde in Bhutan sind sehr ruhig und ausgeglichen. Sie öffnen nicht einmal ein Auge, wenn jemand neben ihren Kopf tritt oder über sie steigt.
  • Ein heißes Steinbad ist in Bhutan eine alte Methode der Verbindung von Vergnügen und Medizin. Das Badewasser wird im Holzkasten durch glühende Steine aus dem Feuer erhitzt, wobei die Steine das Wasser mineralisieren.
  • Die Menschen in Bhutan sind mit sehr wenig materiellen Dingen zufrieden (Mischung aus Anspruchslosigkeit und Selbst-Disziplin). Arm sein heißt eben nicht automatisch unglücklich sein.
  • In Bhutan holt man im nächsten Leben nach, wozu man in diesem nicht gekommen ist.
  • In diesem exotischen Land bestimmt das Schweigen ein gutes Gespräch und Nächstenliebe ist selbstverständlich.
  • Bhutan setzt auf Tradition (Rituale, Amulette und Mantras) und öffnet sich nicht sofort und unbedingt der selbstzerstörerischen westlicher Gesellschaftsdynamik.
  • In Bhutan ist „Alles in Buddha“ –  das alltägliches Glück in diesem Land hat etwas mit dem rechten Maß, der goldenen Mitte, mit Ausgeglichenheit und der inneren Einstellung zu tun.
  • Deshalb sind die Lehren Buddhas hier Maßstab der alltäglichen Dinge (mit vielen buddhistischen Feiertagen): ú.a. den achtfachen Weg zur Erleuchtung gehen, Glück ist die Überwindung von Leiden, der Zustand der Welt hängt mit dem Zustand des einzelnen eng zusammen, viele farbige Fahnen symbolisieren die buddhistischen Tugenden, schützen vor dem Bösen und wehen das Glück aller fühlenden Wesen in die Welt, unangenehme Geschehnisse werden eher akzeptiert als bekämpft).
  • Auch die traditionelle Astrologie hilft den Menschen in Bhutan ihr Leben besser zu verstehen und zu meistern.

Bhutan – Das glücklichste Land der Welt

Linda Leaming: „Das glücklichste Land der Welt. Mein Leben in Bhutan“

Das Buch ist ein liebevoller Bericht über Land und Leute Bhutans.

Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander: Grundrecht auf Glück

Das Bruttosozialglück ist keine Utopie, sondern eine Chance für die ganze Welt“, sagt Dr. Ha Vinh Tho, Leiter des Gross National Happiness (GNH) Center in Bhutan.

 (Amazon Buch-Kommentat)Diese Buch „unterrichtet richtungweisend, umfassend und wissenschaftlich fundiert über die Bedingungen von Glück für uns Menschen und wie Theorie und Praxis des Bruttonationalglücks dafür erfolgreich arbeiten. Es weckt immer größer werdendes Interesse und Freude, um beim Lesen zu verfolgen, wie sich die globalisierte Welt hilfesuchend und händeringend nach Bhutan wendet – aus gutem Grund! Sie hat sich mit ihrer auf das Bruttoinlandsprodukt beschränkten Weltsicht und Politik längst an den Rand des Abgrundes gefahren – das zeigt das Buch klar und ohne Tabu. Es wird dem Leser deutlich, dass und warum die Großen in der Weltpolitik längst begriffen haben, wo es lang geht: dem Wegweiser Bhutans folgen. Der Wegweiser zeigt in die Richtung „Grundrecht auf Glück“. „Ab 2015, das beschlossen die Vereinten Nationen, gilt Gross National Happiness (Bruttonationalglück) als neues Entwicklungsziel der UNO“!…. Es löst Mut aus, in diese Richtung zu denken, zu fühlen und zu gehen und sich dem Strom all derer anzuschließen, die uns das schon längst vormachen.“

  • Bruttonationalglück ist ein friedliches Leben im Einklang mit sich, den anderen und der schützenswerten Natur.
  • Es gibt eine klar fundierte Notwendigkeit des Bruttonationalglücks.
  • Es gibt einige klare Voraussetzungen für Glück bzw. gemeinsames glückliches Leben (u.a. äußerer und innerer Frieden; gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit; das rechte Maß, Freundlichkeit auch gegenüber der Umwelt; Bildung für alle; Bescheidenheit und Demut)
  • Es gibt klare Bedingungen für Glück (u.a. eine zentrale Rolle in der Führung (Politik) und im Alltagsleben der Gesellschaft des Landes).
  • Es gibt klare Konsequenzen für das Leben aller Menschen, für die gelebten Werte und für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft.

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