Nur, wer in der deutschen Sprache denkt, ist Deutscher

Deutsch ist die Sprache der Dichter und Denker, der guten Literatur, genauen Kommunikation und exakten Wissenschaft. Deutsch ist die spirituelle Ausdrucksweise des deutschen Volkes, der Menschen, die diese Sprache aktiv nutzen. Immer mehr rückt die deutsche Sprache ins Zentrum der Aufmerksamkeit, gerade weil damit einige deutliche Veränderungen (absichtlich?) vorgenommen werden bzw. geschehen. Die Tendenz zur Vereinfachung, Verkürzung, Verlängerung, Anglisierung, Technisierung, Verlotterung ist erfahrbar. Arthur Schopenhauer kritisierte bereits, daß die deutsche Sprache eine Schändung erfuhr, „zu der keine andre Nation ein Analogon aufzuweisen“ habe. Etwa 100 Millionen Menschen sprechen heute weltweit Deutsch.

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  • Deutsch ist keine Landessprache der Bundesrepublik Deutschland
  • Die deutsche Sprache ist immer mehr bedroht
  • Es gibt keine demokratische Zustimmung für einen solchen Sprachwechsel
  • Zitate zur deutschen Sprache
  • Das wesentliche Merkmal einer Nation ist ihre Sprache.
  • „Verhunzung“ und Vernichtung der deutschen Sprache
  • Woher kommt das? (Ursachen des Niedergangs der deutschen Sprache)
  • Wohin führt uns das?

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Deutsch ist keine Landessprache der Bundesrepublik Deutschland:

Im Grundgesetz der BRD steht immer noch NICHT: „Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“.

Deutsch ist jedoch als Landes- oder Amtssprache verfassungsmäßig in anderen Ländern verankerkt:

  • Belgien (Deutsch als eine der Landessprachen)
  • Österreich (Deutsch als Staatssprache der Republik)
  • Schweiz (Deutsch als eine der Landessprachen)
  • Liechtenstein (Deutsch als Staats- und Amtssprache)
  • Luxemburg (Deutsch als eine der offiziellen Verwaltungs- und Gerichtssprachen)

Die deutsche Sprache ist immer mehr bedroht  (Verein Deutsche Sprache e.V.)

  • Es  gibt aktuell Bestrebungen, Deutsch als Gerichtssprache, als Sprache der öffentli­chen Verwaltung und der Wissenschaft an staatlichen Hochschulen abzuwerten und stückweise preiszugeben.
  • In der EU spielt Deutsch kaum noch eine Rolle.
  • Massenmedien und die Werbewirtschaft fördern diese Entwicklung.
  • schwindende Zahl der Deutschlerner weltweit
  • der weltweit anerkannte und hoch geschätzte deutsche Diplomingenieur wurde durch einen nichtssagenden englischen Master ersetzt
  • deutsche Wissenschaftler müssen bei einer steuergeldfinanzierten deutschen Forschungseinrichtung Fördergelder in einer Fremdsprache beantragen
  • deutsche Verbraucher kommen heute ohne Wörterbuch im Supermarkt nicht mehr zurecht
  • indirekter Appell an alle Zuwanderer, daß Deutsch zu lernen nicht so wichtig sei

Es gibt keine demokratische Zustimmung für einen solchen Sprachwechsel

Eine große Mehrheit aller Wähler (Abstimmungen aus Bild, Stern, Welt, Märkische Allgemeine, Rheinische Post und Focus mit Zustimmungsraten von 60 bis 95 %) befürworten die Aufnahme der deutschen Sprache als Landessprache in das Grundgesetz der BRD.

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beriet am 7. November 2011 über die Petition des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) und des Vereins für die deutschen Kulturbeziehungen im Ausland e.V (VDA), die zum Ziel hat, die deutsche Sprache im Grundgesetz fest­zuschreiben.

Zitate zur deutschen Sprache

  • „Die deutsche Sprache ist eine hoch entwickelte Kultursprache und die Grundlage weltbedeutender Leistungen in Wissenschaft, Technik und Kunst. Sie ist die Basis unserer nationalen und kulturel­len Identität und des gesellschaftlichen und politischen Zusammenhalts. Sie ist in unserem Sprach- und Kulturraum seit je die maßgebliche Quelle der Verständigung. Wir wollen, dass dies so bleibt.“
  • „Zum Patriotismus gehört die Liebe zur deutschen Sprache, zur deutschen Kultur.“   (Dr. Günther Beckstein, bayrischer Innenminister, in dem Spiegel Nr. 50 2004)
  • „Ich bin Deutscher, weil ich mit der deutschen Sprache aufgewachsen bin und weil Deutschland mein Zuhause ist.“ (Klaus von Dohnanyi, Politiker Hamburgs, Die Welt vom 22.07.2007)
  • „Die gemeinsame deutsche Sprache ist unser Über-ich und die kulturelle Verständigungsform des Landes, von der hoffentlich nicht nur die CDU/CSU will, dass sie auch im 21. Jahrhundert in Deutschland ‚dominierend‘ bleibt.“ (Peter Gauweiler (CSU) in der Süddeutschen Zeitung vom 08.11.2000)
  • „Wir sind geradezu verpflichtet, Hüter der deutschen Sprache zu sein.“ (Hans-Dietrich Genscher)
    „Die Sprache ist ein Ausweis unserer Identität. Die Nation hat sich über die Sprache gebildet. Und sie konnte nicht durch eine Mauer entzweit werden.“
    Hans-Dietrich Genscher (lt. ‚Kauderwelsch‘, Mainhardt Graf Nayhauß (Hg.)).
  • „Die deutsche Sprache ist unser wichtigstes und kostbarstes Kulturgut.“ (Gregor Gysi auf der Verleihung des Kulturpreis Deutsche Sprache 2016 in Kassel)
  • „Es geht uns darum, unsere kulturelle Tradition zu bewahren und die Bildungschancen für unsere Kinder zu verstärken. Heute sehen viele die Gefahr einer Nivellierung der Kulturen im weltweiten Maßstab. … Das zeigt sich vor allem an unserem täglichen Umgang mit Sprache: wir sprechen von ‚shops‘ und ‚centers‘, von ‚fast food‘ und ‚lifestyle‘, von ‚websites‘ und ‚notebooks‘ und ‚high tech’….. Wir müssen uns immer wieder bewußt machen: Sprache ist Kultur, Sprache ist Identität, Sprache ist Heimat.“ (Staatsminister Erwin Huber (CSU), im Bayerischen Staatsanzeiger vom 04.02.2000)
  • „Da gibt es bei vielen eine relativ unreflektierte Veränderung unserer Sprache. So schwindet ein Stück deutsche Identität.“ (Peter Müller, CDU-Ministerpräsident, Saarland im Stern vom 11.8.2010 über Anglizismen im Alltag.)
  • Die aktuelle „Integrationsbeauftragte“ der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) durfte sich deshalb skandalöserweise so äußern: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“ Sie wagte es vorerst noch nicht, auch noch die deutsche Sprach „wegzuintegrieren“.
  • Auf dem „Personalausweis“ der Bürger der „BRD“ steht bei Nationalität „Deutsch“, was das Sprechen der deutschen Sprache, jedoch keine Landeszugehörigkeit bezeichnet.

Peter Haisenko war im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt über dieses Thema:

  • Jacob Grimm verglich 1819 das Deutsche seiner Zeit mit der Sprache früherer Jahrhunderte: „Vor sechshundert Jahren hat jeder gemeine Bauer Vollkommenheiten und Feinheiten der deutschen Sprache gewußt, d. h. täglich ausgeübt, von denen sich die besten heutigen Sprachlehrer nichts mehr träumen lassen.“
  • Karl Kraus sprach 1907 über „die Verpestung der deutschen Sprache durch die Tagespresse“  und fordert 1903 „Strafbestimmungen gegen die öffentliche Unzucht, die mit der deutschen Sprache getrieben wird“.
  • Kurt Tucholsky 1918: „Alles Mögliche gibt es, nur keine anständigen richtigen deutschen Wörter. Sondern ein lallendes Gestammel wichtigtuerischer Journalisten und aufgeblähter Bürokraten.“
  • Eckhard Barthel (SPD, in einer Bundestagsdebebatte vom 24.01.2002): „Ich weiß […], daß einige Menschen in den neuen Bundesländern, in denen das Englische nicht so verbreitet ist, Schwierigkeiten haben, dieses oder jenes zu verstehen, besonders ältere Menschen oder auch solche, die nicht die Bildungschancen hatten, die wir […] gehabt haben. Nichts wäre schlimmer, als wenn wir über eine Vernachlässigung der Sprache den Integrationskräften dieser Gesellschaft schaden würden.“ 

Das wesentliche Merkmal einer Nation ist ihre Sprache.

Gerade in Deutschland wird das deutlich, weil die physische Erscheinung der Menschen, die in Deutschland leben, alles andere als einheitlich ist. Das verbindende Element ist die deutsche Sprache. Das Selbstverständnis, ein Deutscher zu sein, ist verbunden mit der Selbstverständlichkeit, die deutsche Sprache vorrangig zu gebrauchen. Darüber hinaus werden die Identität und das Selbstverständnis bestimmt von Sitten und Gebräuchen, von Wertbeschreibungen und Überlieferungen, die alle an eine Sprache gebunden sind. Von alters her war es immer das Bestreben von Eroberern, den Besitz eroberten Landes durch die Einführung der eigenen Sprache zu besiegeln. Ein Land hat erst dann neue Eigentümer und eine neue Identität, wenn die Sprache der Einwohner eine andere geworden ist. Bis dahin wird die neue Herrschaft immer ein Fremdkörper bleiben.
(Entnommen aus dem Werk: „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“ von Peter Haisenko)

  • „Ein geistigeres und innigeres Element als die Sprache hat ein Volk nicht. Will ein Volk also nicht verlieren, wodurch es ein Volk ist, will es seine Art mit allen seinen Eigentümlichkeiten bewahren, so hat es auf nichts mehr zu achten, als daß ihm seine Sprache nicht verdorben und zerstört werde.“ (Ernst Moritz Arndt, 1769 – 1860)
  • „Ist die Sprache nicht, wie Sitte und Geist, die Farbe, die äußere Gestalt, die Gott dem Volk gegeben, damit es nicht sei wie andere?“ (Johann Joseph von Görres im Rheinischen Merkur vom 17.06.1814)
  • Die deutsche Sprache ist einmalig unter den lebendigen Sprachen (ähnlich der toten Sprache Latein): Keine andere lebendige Sprache ist inhaltlich-grammatisch so logisch-stringent: Anfang und Ende müssen stimmen.  Deshalb war Deutsch die Sprache der Wissenschaft. Deshalb kann mit der deutschen Sprache Exaktheit und Kompliziertheit kommuniziert werden. Das geht in anderen Sprachen so nicht.

DIE HEILIGE DEUTSCHE SPRACHE (ALTHOCHDEUTSCH)

Ist Althochdeutsch die heilige Ur-Sprache der Menschheit

Vom Indogermanischen zum Deutschen – Geschichte der deutschen Sprache

Was passiert, wenn die einfache englische Sprache bestimmte Bereiche, wie Wirtschaft und Finanzen,  dominiert? Die Benutzung der englischen Sprache trainiert das Gehirn zu Vereinfachungen.

  • Die deutsche Sprache gehört deshalb den Dichtern (Schreibern, Künstler) und Denkern (Wissenschaftlern, Weisen), die damit das Leben genau abbilden können.
  • Diese Sprache ist ein Schatz, der behütet werden müßte!
  • Aktueller Trend: Die Sprache auf dem Territorium Deutschlands wird immer primitiver, platter und unpräziser

„Verhunzung“ und Vernichtung der deutschen Sprache

Deutsch für Neubürger

Bildquelle: http://vds-ev.de

1)  Die Teilung Deutschlands in BRD und DDR hatte Folgen für die Sprache:
Die Sprache in der DDR zeigte Veränderungen von „Differenzen“, „Divergenzen“, „Sprachspaltung“, „Ost-West-Spezifika“ bis hin zu „sprachliche Besonderheiten“, die sich ab Ende der 1970er Jahre durchsetzten. Dabei kann zwischen öffentlicher und privater Kommunikation unterschieden werden.

„Sprache der DDR“ war durch „zwei Aspekte charakterisiert.
Zum einen wurden die Spezifika öffentlichen Sprachgebrauchs in der DDR heraus gestellt, d.h. eine
Sprachhaltung bzw. ein Sprachgestus, als deren zentrale Merkmale Formelhaftigkeit und Stereotypie, Schönfärberei und Militanz gelten.
Zum anderen galt die Aufmerksamkeit Besonderheiten der Wortschatzentwicklung (sowohl in systematischer
Hinsicht, d.h. dem Versuch im Vergleich zum westdeutschen Wortschatz Typen von Differenzen zu klassifizieren, als auch hinsichtlich der Erfassung spezifischer DDR-Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit dem politischideologischen und ökonomischen System).“
Antje Buer -„Sprache in der DDR“ und „Sprache der Wende“ als Gegenstandsbereiche der Sprache- und Politikforschung (Universität Duisburg-Essen, 2006, S. 22)

  • Hähnchen – Broiler
  • Tacker – Klammeraffe
  • Plastik – Plaste
  • Metzger/Schlachter – Fleischer

2) Neue Rechtschreibung

„Die Kultusminister haben Deutschland in einen Würgegriff genommen und wollen sich unserer Sprache bemächtigen. Bitte helft uns! Die deutsche Sprache ist auch ein Stück europäischer Kultur, sie ist Teil unserer menschlichen Würde.“ (Matthias Dräger, Sprecher der Initiative „WIR gegen die Rechtschreibreform“ in Schleswig-Holstein, in einem Appell an das europäische Ausland v. 5.10.98)

Die deutsche Rechtschreibung wurde 1996 staatlich neu geregelt (ab 1. August 2006 „für Schulen und Behörden verbindlich“): Änderungen bei Getrennt- und Zusammenschreiben, Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung sowie Worttrennung am Zeilenende. Inzwischen herrscht im aktiven Alltags-Sprachgebrauch ein Kauderwelsch in der deutschen Sprache.

3) Anglisierung = Ersetzen deutscher Worte durch englische

„Anglizismen geben eine Fortschrittlichkeit vor, die sie nicht haben.Die Bahn zum Beispiel verfügt über Service-Points, aber es wäre besser, wenn sie kundenfreundliche Beratungsstellen hätte, die verständliche Auskunft gäben. Auch dann, wenn Züge sich verspäten. Politik, Zeitungen und Wirtschaft – also alle in der der Öffentlichkeit stehenden Personen und Institutionen – sollten aufgeblasene Sprach-Anglizismen als Hohlwörter entlarven“ (Bildungssenator Klaus Böger (SPD) am 02.09.2003 im Berliner Kurier)

„Unsere Sprache wird von einer Unmenge von Anglizismen durchsetzt.[…] Wer also etwas für unsere Sprache tun möchte, der muß es beim Sprechen und nicht bei der Rechtschreibung tun, der muß dafür sorgen, daß unsere Sprache lebendig und kräftig bleibt und daß wir endlich der Tatsache Widerstand entgegensetzten, dass alles, was insbesondere in der Werbung als besonders originell gelten will, mit irgendwelchen Anglizismen daherkommt.“ (Winfried Kretschmann, Stv. Landesvorsitzender Bündnis 90/Grüne, in der 94.Sitzung des Landtages B-W, 04.10.2000)

„Angesichts zunehmender Anglizismen ist ein bewußterer Umgang mit der deutschen Sprache erforderlich. Wenn Anglizismen dazu führen, daß Teile der Bevölkerung ausgegrenzt werden, muß an die Einfachheit bei der Wortwahl appelliert werden.“ (Cornelia Pieper, stellvertretende Vorsitzende der FDP, in Politik im Dialog, 14.02.2001)

  • „Management“, statt die Leitung eines (größeren) Unternehmens bzw. die Führungskräfte, die zum Management gehören
  • „Marketing“, statt Absatzwirtschaft
  • „cool“, statt jemand ist gelassen, ruhig oder lässig bzw. etwas erhält eine sehr positive Bewertung
  • „sexy“, statt anziehend, schön, gut oder verführerisch (?)
  • man „votet“, statt zu wählen
  • man hat eine „personality“, statt ist eine Persönlichkeit
  • man „überpaste“, statt mit zu hoher Geschwindigkeit fahren
  • man „datet“, statt sich mit jemanden zu einem Termin und Ort verabreden
  • „Computer“, statt Rechner
  • „Airbag“, statt Luftkissen
  • „Software“, statt Programm

Anglizismenindex:  Der Anglizismen-Index ist eine Orientierungshilfe für alle, die deutsche Texte mit englischen oder pseudoenglischen Ausdrücken nicht verstehen oder sie ablehnen und auch für jene, die Anglizismen in eigenen Texten möglichst vermeiden wollen

4) Denglisch = Deutsch vermischt mit Englisch

„echt nice!“

10 denglische Sprichwörter zum Schmunzeln:

  • I feel over liquid here (Ich fühle mich überflüssig)
  • There you look stupid out of the laundry! (Da guckst du dumm aus der Wäsche)
  • Now is everything for the cat (Nun ist alles für die Katz‘)
  • Are you emergency horny, or what!? (Biste notgeil, oda waaas!?)
  • You have no idea of tooting and blowing (Du hast von Tuten und Blasen keine Ahnung)
  • Here is dead trousers! (Hier ist voll tote Hose!)
  • We sit quite beautifully in the ink (Wir sitzen ganz schön in der Tinte)
  • With me is not good cherries eating (Mit mir ist nicht gut Kirschen essen)
  • I already have secret advice corners (Ich habe schon Geheimratsecken)
  • I am a sitting pe-er (Ich bin ein Sitzpinkler)

„Denglisch“: Die lustigsten falschen Übersetzungen

Die 10 besten Denglisch Sprüche online

Die 25+ besten Ideen zu Denglisch auf Pinterest

Mario Prass: Was ist mit unserer Sprache passiert ?

5) Techniksprache

  • „Simsen“ = eine Kurznachricht über Mobiltelefon austauschen
  • „Skypen“ = über das Internet Kommunikation in Bild und Ton führen
  • „Community“ = eine Interessentengruppe im Internet
  • „Verlinken“ = Eine Internetverbindung zu etwas herstellen

6) Wirtschafts-/produktbezogene Sprache = (Markennamen statt Bezeichnungsnamen)

  • „Googlen“, staat im Internet suchen
  • „Flexen“ bzw. „wegflexen“ _ ist abgeleitet von „Flex“, einem elektrischen Werkzeug zum Durchtrennen von Metallgegenständen
  • „Tempo“, statt Papiertaschentuch
  • „Jeens“, statt Niethose
  • „Discount“, Verkauf mit herabgesetzten Preisen
  • „Sale“, statt Verkauf
  • „Laptop“, statt Klapprechengerät

7) Abkürzungen

  • PC (Personal Computer), statt persönlicher Rechner
  • SMS (Short Message Service), statt elektronische Kurzmitteilungen oder: Sonne, Mond und Sterne
  • PR (Public Relations), statt Öffentlichkeitsarbeit

Oft werden Abkürzungen im Alltag satirisch verändert übersetzt: Beispiel „AEG“ – Alles Elektronisches Gerümpel

Horst Engel: Die Welt der Abkürzungen: frisch gepresst und neu interpretiert

Abkürzungen der Kategorie Deutsche Sprache

8) Umdeutungen der Worte

  • „Geil“ – das in der Fernsehwerbung und in Fernsehsendungen inzwischen täglich Hunderte male genutzt wird.
    Es hatte damals eine völlig andere Bedeutung, die ich mal gehört habe, aber leider wieder vergessen habe

9) Verkürzungen 

  • Demo = Demonstration
  • Porno = Pornographie, Pornografischer Film
  • Homo = Homosexueller, homosexuell
  • Disko = Diskothek
  • Uni = Universität
  • „Ich habe Rücken“ für Rückenprobleme/Rückenschmerzen

10) Trunkierung (in der Linguistik ein Phänomen der Wortbildung, bei dem ein Wort auf eine bestimmte Länge verkürzt wird)

  • Student → Studi
  • Alkoholiker → Alki
  • Depression → Depri
  • Ostdeutsch(er) → Ossi
  • Westdeutscher, der nach Ostdeutschland zog → Wossi
  • Michael → Michi
  • Andreas → Andi
  • Gabriele → Gabi

11) Neuschöpfungen von Worten

  • „verunfallt“
  • „unkaputtbar“
  • „was geht?“
  • „Guckst Du!?“

 Bild könnte enthalten: Text

Woher kommt das? (Ursachen des Niedergangs der deutschen Sprache)

  • Starke Kräfte in der globalisierten Finanz- und Konzernwirtschaft,
  • in der weltweit monopolisierten Medienwirtschaft,
  • in der Wissenschaft und Kunst (u.a. Musik)
  • in der Politik (siehe Geheimorganisationen wie Bilderberger)

wollen die deutsche Sprache in unserem Sprachraum durch Englisch ersetzen.

Sie berufen sich dabei auf die „Globali­sierung“ bzw. Internationalisierung.

„Die Flut von Anglizismen, die aus den Medien, aus der Werbung, aus Produktbeschreibungen und aus dem technikgestützten Paralleluniversum auf uns niedergeht, ist eine Gewalt, die nicht vom Volke ausgeht. Sie wird ihm aufgepfropft.“ (Wolfgang Gerhard, Fraktionsvorsitzender der FDP, in der Welt am Sonntag vom 11.02.2001)

1) Mangelndes Selbstbewußtsein des deutschen Volkes

„Unsere Muttersprache ist das Deutsche tatsächlich insofern, als wir sie von unseren Müttern lernen. […] Ob wir mit ihr aber auch so unbestreitbar nett umgehen wie mit unseren Müttern, daß läßt sich doch füglich bezweifeln […]. Wir rühmen sie zwar zur rechten Zeit – an den Muttertagen gewissermaßen. An allen anderen Tagen des Jahres aber malträtieren wir sie nach allen Regeln der Kunst.“
„Jeder interkulturelle Dialog wird zum Geschwätz, wenn kein Selbstbewußtsein von der eigenen Kultur vorhanden ist.“
(Roman Herzog (CDU) , Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, 1994-1999)

„Sprache ist auch Macht. Und Macht ist Sprache! Wer die Macht über das Wort hat, hat auch die Macht über das Denken.“ (Jean-Claude Juncker, lt. ‚Kauderwelsch‘, Mainhardt Graf Nayhauß (Hg.)).

2) Unkenntnis der Geschichte

„Die ganze allgemeine und höchst schändliche deutsche Sprachverhunzung zeugt von borniertestem Unverstand: ihre Haupthandhaber sind die Löhnlinge der Buchhändler und die Zeitungsschreiber: ihren letzten Grund aber hat sie in der mehr und mehr einreißenden Unkenntnis der alten Sprachen ….“ (Arthur Schopenhauer)

3) Zunehmende Verdummung und Mängel in der Sprach-Bildung

„Ich halte es mit der alten chinesischen Weisheit, daß die Verwahrlosung des Denkens mit dem falschen Gebrauch der Sprache anfängt.“
(Walter Hirche, stellv. Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen)

„Ich fahr nach KÖL-LEN! Bei meine Mutti! Mit die Anja! Und die Anja sein Freund!“

4) Zugelassener Einfluß anderer Sprachen

Der Allgemeine Deutsche Sprachverein gab bereits 1899 folgenden Erklärung: „Mit dem immer wachsenden Einfluss englischen Wesens mehrt sich neuerdings in bedenklicher Weise die Zahl der aus dem Englischen stammenden Fremdwörter. Auch in dieser Spracherscheinung treten die alten Erbfehler des deutschen Volkes wieder hervor: Überschätzung des Fremden, Mangel an Selbstgefühl, Missachtung der eigenen Sprache.“

5) Werbeindustrie („Hier werden Sie geholfen“)

„Sehr geehrter Herr X, für Ihre Einladung zur Präsentation auf der CeBIT 2001 danke ich Ihnen. In der Tat scheint es sich dabei, wie Sie schreiben, um einen ‚zeitgemäßen Auftritt‘ zu handeln. Jedenfalls entnehme ich das der Tatsache, dass Sie diesen unter das Motto stellen ‚e-business: Future Ready.‘ Als Anglist wäre ich aufrichtig daran interessiert zu erfahren, was das nach Ihrer Meinung wohl bedeuten soll. Mit scheint das eher Englisch nach dem Modell ‚equal goes it loose‘ zu sein. Vielleicht sollten Sie es besser doch mit Deutsch versuchen. Was mich anbetrifft, so stehe ich grundsätzlich für Veranstaltungen mit Werbemätzchen wie ‚e-marketplace‘, e-commerce‘ und ‚e-Learning‘ nicht zur Verfügung. Mit gleichwohl freundlichen Grüßen.“
(Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Sachsen, in einem Brief an eine CeBIT-Firma vom 14.02.2001

6) Massenmedien („Bild Dir Deine Meinung“):

„Die gerügte Sprachschändung, zu der keine andere Nation ein Analogon aufzuweisen hat, scheint in den meisten Fällen von den politischen Zeitungen, diesem niedrigsten Zweige der Litteratur auszugehen, und von da in die litterarischen Journale und zuletzt in die Bücher zu kommen. Widerstand findet sie, so weit ich habe sehn können, nirgends, sondern Jeder, in schamlosem Nachahmungstrieb und urteilsloser Bewunderung des Absurden, beeifert sich, ein Mitarbeiter derselben zu sein. Kaum bin ich über eine neue grammatische und orthographische Eselei erschrocken, so sehe ich auch schon andere Schreiber sie eifrig adoptieren und nachschreiben: denn jeder dieser Esel ist dem andern eine Autorität.

Die politischen Zeitungen sind besonders tätig in der Sprachdilapidation; diese letzte Klasse aller Druckschreiber, welche für den Tag, auf den Tag, in den Tag hinein schreibt. Ich habe sie schon,  in dieser Hinsicht, der polizeilichen Aufsicht empfohlen.“  (Arthur Schopenhauer)

7)  Kunst- und Musikindustrie

„Unsere Sprache soll wieder deutscher werden. Warum hören wir im Radio fast nur englische Lieder? Das Managergequatsche vom „Shareholder-Value“ und „Global Player“ geht auf die Nerven. Manch einer, der sich zur Elite zählt, braucht Deutschunterricht.“ (Oskar Lafontaine Bild.de News 24.09.2001)

Noch in den 1950er Jahren wurden deutsche Schlager und auch Lieder aus anderen Ländern in deutscher Sprache gesungen. Heute wird nicht nur fast ausschließlich Musik in englischer Sprache verbreitet, sondern auch von vielen deutschen Künstlern wie selbstverständlich in englischer Sprache gesungen.

Jahrescharts Deutschland 2017

Platz Punkte Ersteinstieg Song / Künstler
1 2282 13.01.2017 NR.1
HIT
2 1727 10.02.2017
3 1718 06.01.2017
4 1717 06.01.2017
5 1708 06.01.2017
6 1704 20.01.2017
7 1693 13.01.2017
8 1687 06.01.2017 NR.1
HIT
9 1647 03.02.2017 NR.1
10 1616 06.01.2017

Ein guter Gegentrend sind heute viele Sänger und Gruppen aus Deutschland, die ganz bewußt in deutscher Sprache texten und singen:

8) Neusprech in der Politik (Manipulation der Menschenmassen mit der Sprache)

  • „Steter Tropfen höhlt […] jeden Stein. Dafür bedarf es eines gemeinsamen Ansatzes. Jeder an seiner Stelle. Deshalb bin ich Ihnen und den Mitgliedern Ihres Vereins für Ihr Engagement auch außerordentlich dankbar. Insoweit unterstütze ich auch Ihre Forderung nach einer Verankerung unserer Sprache im Grundgesetz. Eine entsprechende Ergänzung des Grundgesetzes z. B. mit dem Text ‚Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch‘ hätte Signalwirkung.“   (Gitta Connemann/CDU, MdB, per E-Post 7/2007)
  • „Es liegt weder im wohlverstandenen Interesse der rund 100 Millionen deutschen Muttersprachler noch im Interesse der Millionen Europäer, die unter Mühen Deutsch als Fremdsprache erlernt haben, daß die deutsche Sprache aufgrund des EU-amtlichen Nichtgebrauchs zu einem Regionaldialekt für den Hausgebrauch herabsinkt.“ (Hartmut Koschyk MDB (CSU), In Focus 18/1996, S. 70)

Doch die Politik-Sprache selbst verwendet immer mehr „Neusprech“. Hier einige Beispiele aus der aktuellen Welt:

  • Eine Verschwörung ist eine Verschwörungstheorie.
  • Chemiestreifen am Himmeln (Chemtrails) sind Kondensstreifen.
  • Massenhypnose ist Fernsehen.
  • Schulden sind Zahlungsmittel (Geld).
  • Erpressung ist Rettung.
  • Ausbeutung ist Hilfe.
  • Propaganda ist die einzige Wahrheit.
  • Massenabzocke ist systemrelevant.
  • Betrug ist alternativlos.
  • Betrug neu verpackt ist die Alternative.
  • Wettermanipulation ist Geo-Engineering.
  • Kritisches und selbständiges Denken ist paranoid.
  • Ausserirdische sind Aliens.
  • Kinder sind Kids

Entwicklung der Äußerungen über Ausländer in Deutschland:

  • 1970 wurde gesagt: „Ausländer sollen sich anpassen.“
  • Seit den 1990er Jahren heißt es: „Menschen mit Migrationshintergrund sollen sich integrieren.“
  • Etwa um 2000: „Die vielfältigen Pluralist_innen sollen gesellschaftlich teilhaben.“
  • Heute: Die ins Land kommenden Flüchtlinge sind eine Bereicherung.

 9)  Internet und Soziale Medien:

Diskussionsgruppen, Soziale Medien (Facebook & Co)

Wohin führt uns das?

Vernichtung der deutschen Sprache und Kultur!

Tag der deutschen SpracheJedes Jahr am 2. Samstag im September feiert der VDS den Tag der deutschen Sprache. Mit Informationsständen und Kulturveranstaltungen machen die VDS-Mitglieder darauf aufmerksam, wie wichtig die deutsche Sprache als Bindeglied unserer Gesellschaft ist.

Kulturpreis Deutsche Sprache: Das ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen für kulturelle Leistungen im deutschen Sprachgebiet. Sie wird jedes Jahr vom VDS zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung vergeben.

Ressourcen:

Arthur Schopenhauer: Ueber die, seit einigen Jahren, methodisch betriebene Verhunzung der Deutschen Sprache (Arthur Schopenhauer’s handschriftlicher Nachlaß – Vorlesungen und Abhandlungen – Kapitel 10)

Sprache im Wandel – Genug gebellt

Gesellschaft „Gegen die Verhunzung der deutschen Sprache“

Verein Deutsche Sprache