Handflächen-Therapie

Woher stammt die Handflächen-Therapie?

Die Handflächen-Therapie stammt vom in den USA praktizierenden israelischen Naturarzt Dr. Moshé Zwang. Zwang hatte jahrelang das Handlesen als Hobby betrieben und zahlreiche Parallelen zwischen den Handlinien und den Charaktereigenschaften eines Menschen herausgefunden. Eines Tages kam ihm der folgende Gedanke: Wenn es möglich ist, dass sich Charaktereigenschaften auf die Handlinien auswirken, sollte es dann nicht auch möglich sein, mittels Nachzeichnen von Handlinien gewisse Charaktereigenschaften zu verändern?
Dr. Zwang kam zu der Ansicht, daß es möglich ist, und faßte seine Erkenntnisse im Buch „Palm Therapy“ (ISBN 0-9645519-2-6) zusammen.
Dabei ist eine „zufällige“ Entdeckung von ihm  interessant, daß man mit dem Drücken von zwei Punkten auf der Handfläche einen sofortigen hypnotischen Zustand herbeiführen könne. Daraus entwickelte sich das Handflächen-Phobie bzw. Angstmodell, wie es der Hypnotherapeut Dr. Hans-Peter Zimmermanns aus der Schweiz praktiziert.

Ein paar Handlinien, die Sie kennen müssen…

Schauen Sie sich zuerst einmal eine Ihrer Hände an. Sie sollten mindestens drei Linien deutlich erkennen können: Die Herzlinie, die Kopflinie und die Lebenslinie:

Bei vielen Menschen kommen die Lebens- und die Kopflinie zwischen Daumen und Zeigefinger zusammen und verlaufen noch ein bis zwei Zentimeter als eine einzige Linie. Das ist wichtig zu wissen, denn die Druckpunkte für die Phobie bzw. Angsttechnik sind nicht dieselben wie bei jemandem, bei dem die Linien getrennt verlaufen.

Handlinien1 

Die therapeutischen Druckpunkte…

Hier sind die Druckpunkte für Menschen mit getrennter Lebens- und Kopflinie:

Handlinien2

 

Hier sind die Druckpunkte für Menschen mit verbundener Lebens- und Kopflinie:

Handlinien3

Der Druckpunkt auf der Herzlinie bleibt sich für beide Typen gleich: Auf der Herzlinie zwischen kleinem Finger und Ringfinger, mit leichtem Druck auf den Mittelhandknochen (Metacarpal Nr. 5) des kleinen Fingers.

Der Druckpunkt auf der Kopflinie befindet sich ca. einen halben Zentimeter nach dem Ursprung der Kopflinie, ungefähr auf der Höhe des Zeigefingers. Vorsicht bei Menschen mit verbundener Lebens- und Kopflinie: Nicht die Lebenslinie blockieren! 

So funktioniert es

Nachdem Sie die Druckpunkte kennenlernten, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist, um bei einem Menschen eine Phobie bzw. Angst innerhalb von zwei Minuten zum Verschwinden zu bringen:

  1. Fragen Sie die Versuchsperson, ob Sie die Phobie bzw. Angst tatsächlich loswerden möchte. Das ist ein wichtiger Schritt, denn einige Menschen halten eine Phobie bzw. Angst für etwas Interessantes und freuen sich, wenn sie damit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen können.
  2. Bitten Sie die Versuchsperson, die Augen zu schließen und sich eine Situation vorzustellen, in der sie normalerweise phobisch oder angstvoll reagiert.
  3. Fragen Sie die Versuchsperson nach den körperlichen Symptomen, die sie jetzt spürt. Bitten Sie sie, jedes einzelne Symptom auf einer Skala von 1 (ganz schwach) bis 10 (fast unerträglich stark) zu bewerten.
    Bitte lassen Sie sich nicht mit vagen Ausdrücken wie „ein komisches Gefühl“ abspeisen. Fragen Sie, wo im Körper sich das Gefühl befindet und wie stark es ist.
  4. Wenn Sie alle Symptome inklusive Bewertung aufgeschrieben haben, nehmen Sie die linke Hand der Versuchsperson, drücken mit den Daumennägeln auf die beschriebenen Druckpunkte an der Handfläche und bitten Sie die Versuchsperson, noch eine Weile an die Phobie bzw. Angst zu denken.
  5. Nach ungefähr zehn Sekunden bitten Sie die Versuchsperson, die Augen schnell zu öffnen und fragen sie, während Sie zwei Minuten lang weiter die Druckpunkte drücken, ein paar belanglose Dinge. Dieser Schritt ist wichtig, weil er die Versuchsperson vom Geschehen ablenken soll, während Sie weiter die Druckpunkte drücken.
    Am besten fragen Sie ein paar Dinge, die bei der Person positive Zustände bewirken, z.B. „Wann warst du zum letzten Mal im Urlaub?“ „Wie war’s?“ „Hast du ein Haustier?“ usw.
  6. Nach ungefähr zwei Minuten hören Sie auf zu drücken und bitten die Versuchsperson, die Augen nochmals zu schließen und sich die phobische Situation vorzustellen. Sie soll mit allen Mitteln versuchen, die körperlichen Symptome nochmals zu produzieren. Fragen Sie nach der jetzigen Symptom-Ausprägung auf der Skala von 1 bis 10.

In vielen Fällen gehört die Phobie bzw. Angst bereits jetzt der Vergangenheit an oder hat sich zumindest auf ein lächerliches Maß reduziert. Wenn nochmals leichte Symptome auftreten, wiederholen Sie den Vorgang mit den Druckpunkten an der rechten Hand.

Falls Sie gerade keinen Hund, keine Spinne, keinen Lift und kein Flugzeug zur Hand haben, bitten Sie die Versuchsperson, daß sie möglichst bald den „Ernstfall“ erproben soll.

Sollte die Phobie bzw. Angst nicht weggehen oder sich nicht auf ein erträgliches Maß reduzieren lassen, dann haben Sie etwas bei dieser Handflächen-Therapie falsch gemacht.

Warum funktioniert die Handflächen-Phobie bzw. Angsttechnik?

Die genauen Gründe, warum diese Technik funktioniert, sind unbekannt.

Dr. Moshé Zwang glaubt, daß er dadurch einen sofortigen hypnotischen Zustand hervorrufen kann.

Dr. Hans-Peter Zimmermann glaubt das nicht, denn erstens zeigen die Versuchspersonen keinerlei Zeichen von Trance, und zweitens funktioniert die Technik ohne jegliche Suggestion.
Seine Vermutung geht eher dahin, dass wir mit diesen beiden Druckpunkten einen Impuls an das limbische System liefern, an den Teil des Gehirns, der unter anderem die Schaltstelle zwischen peripherem und vegetativem Nervensystem beherbergt. Dieser Impuls scheint die angelernte, Angst-Information auszulöschen, die früher zum neurotischen Verhalten geführt hat.

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