Fotoquelle: http://www.heiner-geissler.de

Der Politiker Heiner Geissler starb 2017 im Altern von 87 Jahren

Heinrichjosef Georg „Heiner“ Geißler (* 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar; † 12. September 2017 in Gleisweiler) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von Mai 1967 bis Juni 1977 Minister in der Landesregierung von Rheinland-Pfalz unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier, Helmut Kohl und Bernhard Vogel, 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit im Kabinett Kohl und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU

Mit zunehmender Lebensweisheit (ab Mitte der 1990er Jahre) entwickelte der Politiker, Autor und Sportler klare Analysen und Ansprüchen an die Welt und die Gesellschaft,

  • die immer noch nicht gerecht ist,
  • die immer noch unsozial und unchristlich ist,
  • die immer wieder die Dummheit siegen läßt.

Seit 2007 setzte er sich an der Seite von Attac explizit für eine soziale und ökologische Globalisierung ein.

Geißler warnte, daß die herrschende Weltordnung zur Vernichtung menschlichen Lebens führt.

„Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus.“ (Geißler am 14. Juli 2008 in einem Interview auf „SZ.de“)

Geißler und Wagenknecht können sich eine Koalition aus CDU und Linke vorstellen – aber nicht unter Merkel. (tagesspiegel)

„Geißlers besonderer Geist bestand aber darin, die Verzweiflung nicht in verzweifelt klingende Worte zu packen, sondern in freche, witzige Forderungen.“ („Rhein-Neckar-Zeitung“)

Wertschätzung eines (west-)deutschen Politikers nach seinem Tod:

Dr. Heiner Geißler und die Kapitalismuskritik

Seit Ende der 1990er Jahre vertrat Heiner Geißler besonders in wirtschaftspolitischen Fragen zunehmend linke Positionen. Vor allem das heutige kapitalistische Wirtschaftssystem kritisierte er als „ultrakonservativ“, „turbokapitalistisch“, „neoliberal“, „rückwärtsgewandt“ oder „von gestern“.

Basierend auf seiner Kritik erklärte er in einem Interview mit Spiegel Online im Mai 2007 seinen Beitritt zur globalisierungskritischen Organisation Attac. Er erklärte dies mit der von „Attac“ angestrebten Humanisierung des Globalisierungsprozesses, die er ideell unterstützen wolle.

„Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist nicht konsensfähig und zutiefst undemokratisch, es muss ersetzt werden durch eine neue Wirtschaftsordnung.“ (Heiner Geißler: in der Sendung „Razzien und Randale – Wie weit dürfen Staat und Demonstranten gehen?“ von Maybrit Illner am 31. Mai 2007)

„Es gibt auf der Erde Geld wie Dreck. Es haben nur die falschen Leute.“ (Geißler: In: Marler Zeitung, 20. März 2017; S. 14; anlässlich des 8. Kirchlichen Filmfestivals, Recklinghausen)

Der Alt-Politiker und Polit-Revoluzzer Heiner Geißler fordert eine neue Wirtschaftsordnung.

Er stellt fest, daß „Geld wie Dreck“ auf der Welt vorhanden ist, um alle Menschen zu versorgen.

Er sprach vom „puren Kapitalismus“, der die soziale Marktwirtschaft in Deutschland verdrängt hat.

Heiner Geissler zu Kapitalismus + Sozialer Marktwirtschaft

„Dieses Wirtschaftssystem geht über Leichen!“

Heiner Geißler über Banken, Occupy-Bewegung und der „Gier nach Geld“

Heiner Geißler und die Schlichtung zu Stuttgart 21 –praktizierte direkte Demokratie

Heiner Geißler war Bestseller-Autor:

  • „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“
  • „Was müsste Luther heute sagen?“
  • „Sapere aude! Warum wir eine neue Aufklärung brauchen“ (März 2012, „Spiegel“-Bestseller)
  • „OU TOPOS. Suche nach dem Ort, den es geben müsste“ (Mai 2009, „Spiegel“-Bestseller)
  • „Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums“ (September 2003, 9 Monate „Spiegel“-Bestseller)
  • „Intoleranz. Vom Unglück unserer Zeit“ (2002)
  • „Wo ist Gott? Gespräche mit der nächsten Generation“ (2000)
  • „Zeit, das Visier zu öffnen“ (1998)
  • „Das nicht gehaltene Versprechen“ (1997)
  • „Bergsteigen“ (1997)
  • „Gefährlicher Sieg“ (1995)
  • „Der Irrweg des Nationalismus“ (1995)
  • „Heiner Geißler im Gespräch mit Gunter Hofmann und Werner A. Perger“ (1993)
  • „Zugluft – Politik in stürmischer Zeit“ (1990)
  • „Abschied von der Männergesellschaft“ (1986)
  • „Die neue Soziale Frage“ (1976)

Ressourcen

http://www.heiner-geissler.de

Heiner Geißler war als junger Mann Jesuit. Heute zweifelt er an Gott

Sahra Wagenknecht und Heiner Geißler: „Jeder vernünftige Mensch muss heute Kapitalismuskritik üben“