Das deutsche Schulsystem wird immer mehr kritisiert

Das Schulsystem entspricht überhaupt nicht mehr der heutigen Zeit und den Anforderungen des heutigen Lebens. Kinder gehen zur Schule, weil sie müssen, nicht weil sie Spaß haben wollen am Lernen des Lebens. Das Produkt der Schule sind Menschen mit schlechten Prädikaten wie dumm, unselbständig, unsozial, unkreativ, krank usw. Junge Menschen werden manipuliert und lernen, andere zu manipulieren. Sie werden nicht zur Freilegung und Entwicklung ihres Wesens mit ihrem inneren Vermögen angeregt.

  • Das Problem betrifft nicht allein die Grundschulen, sondern letztlich auch die Hochschulen.
  • Es ist ein Problem des Umgangs mit dem Wertvollsten in der Gesellschaft – dem Menschen.
  • Es ist ein gesellschaftliches Problem des unverantwortlichen Zerstörens der eigenen Zukunft – in Gestalt der Kindern!

Die kritischen Ansätze sind dabei vielfältig: Das schulische Lernen und Leben erfolgt u.a.

  • nicht hirn-gerecht (siehe Vera Birkenbihl),
  • nicht kind-gerecht (spielerisches Lernen im Leben!),
  • nicht individuell-gemäß (u.a. eigene Lerngeschwindigkeit)
  • nicht zeit-gemäß (Wissenszeitalter, alles Wissen steht im Internet),
  • nicht wirtschafts-gerecht (Anforderungen in der künftigen Wirtschaft),
  • nicht lebens-gerecht (u.a. erwerben Kinder keine Finanzkompetenz, Umgang mit Geld, der im Leben zentrale Bedeutung hat)

Radikalkritik von Prof. Gerald Hüther

„Es ist paradox, obwohl das Wissen der Welt heute nur noch einen Mausklick entfernt ist, sind Millionen Menschen jeder Altersgruppe geistig derart retardiert, dass sie nicht einmal wissen, dass das Wissen der Welt heute nur noch einen Mausklick entfernt ist.
So ähnlich beschreibt auch Michael Schmidt-Salomon in seinem Buch “Keine Macht den Doofen” die Problematik der Massenverblödung durch das Fernsehen.
Es wird beim Einschalten offenbar nicht nur der Alltag und die Langeweile ausgeschaltet, sondern der kritische Verstand gleich mit.“ (Kommentar unter dem Video)

Harald Lesch: Unser Schulsystem ist Mist!

Die einen unterrichten Kinder und die anderen unterrichten Fächer.

David Precht: „Der Verrat des Schulsystems an unseren Kindern“

Richard David Precht: Kritik am Bildungssystem

Ranga Yogeshwar kritisiert das Schulsystem scharf

Hart aber fair: Problemfall Schule – zu viel Goethe, zu wenig Google?

BildungsexpertinUrsula Frost: „Es gibt zu viel Anpassung“

Kritik am Schulsystem: 17-Jährige Naina aus Köln löst Sturm auf Twitter aus

Bernd Senf kritisiert das Bildungssystem

Freerk Huisken.Dummheit ist lernbar – Unser Schulsystem

John Taylor Gatto „Die sieben Lektionen des Lehrers“

  1. Die erste Lektion, die ich unterrichte, ist Verwirrung (S. 18).
    So werde alles, was an Schulen gelehrt wird, aus dem Zusammenhang gerissen, sei der Stundenplan ein „Flickenteppich“, würde den Schülern nur ein „Werkzeugkasten oberflächlicher Begriffe“ mitgegeben. Die Kinder müssten die Lerninhalte so akzeptieren, wie sie vermittelt werden, und dann so wiedergeben. Kritisches Denken werde unterbunden, denn dann könnten ja auch z.B. die Dogmen des Lehrers hinterfragt werden.
  2. Das zweite Fach, das ich unterrichte, ist die unentrinnbare Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht.
    … Meine Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass es den Kindern gefällt, mit Kindern gleichen Niveaus zusammengesperrt zu werden oder dass sie es zumindest widerspruchslos erdulden. Wenn ich meine Sache gut mache, können sich die Kinder nicht einmal vorstellen, anderswo zu sein, denn ich habe ihnen beigebracht, die höheren Lernniveaus zu beneiden und ihnen mit Ehrfurcht zu begegnen, auf die darunter liegenden Niveaus dagegen mit Verachtung herabzublicken“ (S. 20). So lerne jedes Kind, dass es – auch später als Erwachsener – „den ihm angemessenen Platz in der Pyramide hat“ (S. 21).
  3. Das dritte Fach, das ich unterrichte, ist Gleichgültigkeit (S. 21).
    Selbst wenn Lehrer einen interessanten Unterricht machen oder von den Kindern verlangen, zumindest Begeisterung zu heucheln, sei mit der Pausenglocke alles schlagartig vorbei: Die Schüler „müssen sich wie ein Lichtschalter an- und ausschalten lassen. Nichts Wichtiges wird in meiner oder irgendeiner anderen mir bekannten Unterrichtsstunde jemals zu Ende geführt. … Die eigentliche Lektion der Pausenglocke ist, dass es keine Arbeit gibt, die es wert ist, zu Ende geführt zu werden. Warum also sollte man sich für irgendetwas engagieren?“ (S. 21).
  4. Das vierte Fach, das ich unterrichte, ist emotionale Abhängigkeit.
    Mit Fleißbienchen und Smileys, mit Lächeln und Stirnrunzeln, Auszeichnungen, Ehrungen und Strafen bringe ich den Kindern bei, ihren Willen der vorherbestimmten Befehlskette zu unterwerfen“ (S. 22). Die Schüler hätten keine Rechte, ihre Individualität würde zugunsten der Anpassung unterdrückt, ein Widerstand werde bestraft.
  5. Das fünfte Fach, das ich unterrichte, ist intellektuelle Abhängigkeit. Gute Schüler warten darauf, dass ein Lehrer ihnen sagt, was sie tun sollen“ (S. 22).
    Die Lehrer hätten die Macht zu kontrollieren, was Kinder denken. Und wer so denke wie erwartet, sei ein guter Schüler und würde entsprechend benotet. Dies sei die wichtigste Lektion von allen: Wir müssten die Abhängigkeit von anderen Menschen akzeptieren, denn darauf basierten Hierarchien, Wirtschaft, Sozialwesen, Rechtssystem usw.
  6. Das sechste Fach, das ich unterrichte, ist labiles Selbstbewusstsein.
    … Unsere Welt würde so, wie sie ist, eine Flut selbstbewusster junger Leute nicht sehr lange überleben, daher unterrichte ich, dass die Selbstachtung eines Kindes von der Meinung eines Experten abhängen sollte. Meine Kinder werden beständig ausgewertet und beurteilt“ (S. 24). Menschen dürften sich nicht selbst einschätzen, sondern müssten lernen, das Urteil „objektiver“ Dritter zu akzeptieren.
  7. Die siebte Lektion lautet, dass man sich nicht verstecken kann. Ich lehre die Schüler, dass sie immer unter Beobachtung stehen und immer überwacht werden“ (S. 25).
    Auch der Austausch mit den Eltern diene der Kontrolle. Mit Hilfe der Hausaufgaben werde die Schule in die Familie hinein ausgedehnt, „wo die Schüler sonst ihre freie Zeit nutzen könnten, um etwas zu lernen, was nicht autorisiert ist, zum Beispiel von den Eltern, durch eigenes Erkunden oder durch Kontakt mit einer kompetenten Person in der Nachbarschaft“ (S. 25 f.). Privatheit bzw. Privatsphäre müssten den Menschen vorenthalten werden, um die Gesellschaft zentral kontrollieren zu können.

Ressourcen zur Schulkritik

  • Prof. Gerald Hüther
  • David Precht
  • Harald Lesch
  • Ranga Yogeshwar
  • Bernd Senf