Globale geopolitische Konfiguration: Die 35 Trends für 2017

LEAP/E2020 bietet einen zusammenfassenden Überblick über die wichtigsten „Rauf und Runter“-MEGA-Trends des  Jahres 2017.

Wer steckt hinter diesen Analysen?

Das Laboratoire Européen d’Anticipation Politique (LEAP) wurde 2005 von Franck Biancheri und Marie-Hélène Caillol gegründet (im Anschluss an Europe2020, dem Vorgänger von LEAP, 1999).
LEAP ist eine unabhängige europäische Denkfabrik, die ihre Antizipations-Arbeit vor allem zwei Themen widmet:
1) der europäischen Gouvernance (Projekt Euroland Gouvernance 2020) und
2) den Beziehungen Europas mit dem Rest der Welt (Projekt Euro-BRICS).

Im Rahmen seiner Arbeit organisiert LEAP Seminare und Veranstaltungen, die sich an Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Finanzen und Zivilgesellschaft richten,
veröffentlicht Berichte und Analysen und den monatlichen Informationsbrief zur „globalen systemischen Krise“ (GEAB).

  • „Verankert in einer Geschichte und in europäischen Netzwerken,
  • begründet auf einer eigenständigen Methode der Politischen Antizipation,
  • angetrieben vom LEAP’s Streben nach Unabhängigkeit und Relevanz, mutig und frei,

bietet der GEAB seit 10 Jahren eine Rezeption der Krise, die mitten im riesigen Chaos der medialen Interpretation und politischen Reaktion rational, eigenständig und konstant bleibt und regelmäßig validiert wird.“ (Quelle: https://geab.anticipolis.eu/members.php)

Unabhängigkeit für die Denkfabrik LEAP:

Der Nutzen dieser Trend-Analyse:

  • Gibt intellektuelles Verstehen der komplexen und komplizierten gopolitischen Zusammenhänge
  • Gibt ein besseres Verständnis der Prioritäten der Tagesnachrichten
  • Gibt Leitlinien für Handlungs-Empfehlungen
  • Gibt ganz konkrete Hilfe, sich auf das Kommende im Jahr 2017 vorzubereiten.

Seit der 11-jährigen Existenz von LEAP hat die Expertengruppe eine Erfolgsquote von 69 bis 85%. Damit ist diese Antizipation eine recht konkrete Entscheidungshilfe für die nächsten Monate im Jahr 2017.

Es sind 35 auf der Tagesordnung stehende Schlüsselthemen bzw. “Rauf und Runter”- Trends:

  1. Dollar,
  2. Yuan-Zone,
  3. Euro,
  4. Demonetisierung,
  5. Die Unabhängigkeit der Zentralbank,
  6. Europäisches QE,
  7. Globales fiskalpolitisches QE,
  8. Zentralbanken,
  9. Politik der niedrigen Zinsen,
  10. Bankensystem,
  11. Bargeld,
  12. Bitcoins,
  13. Gold,
  14. Öl,
  15. EU,
  16. Euroland,
  17. Deutschland,
  18. Extreme Rechte,
  19. Wahlen in Frankreich,
  20. Wahlen in Deutschland,
  21. Wahlen in den Niederlanden,
  22. Internet,
  23. Europäische Demokratie,
  24. Regionale Integration,
  25. G20,
  26. BRICS,
  27. WTO,
  28. UNO,
  29. NATO,
  30. Naher Osten,
  31. Transatlantischen Beziehungen,
  32. Balkan,
  33. Afrika,
  34. Türkei,
  35. Venezuela…

Die zusammengefaßten Schwerpunkte sind: Währungen, Finanzsystem, Europa und Demokratie

Diese Schlüsselthemen kann man in folgende Mega-Trends für das Jahr 2017 einordnen:

  1. Die Konsequenzen der großen westlichen Niederlage im Nahen Osten im Jahr 2016, die einen gigantischen Game-Changer darstellen, der schon wirkt, obwohl wir uns seiner Bedeutung noch nicht voll bewusst sind.
  2. Die große Veränderung der politischen Orientierung der Vereinigten Staaten und insbesondere das „America first“, das 30 Jahre einer amerikanischen Welt beendet und den Weg freimacht für „Europe first“, „China first“, „Russia first“, „India first“, „Africa first“, usw., ein Trend, der, wenn er nicht sehr schnell strukturiert wird, großes Konfliktpotential in sich birgt.
  3. Die offensichtliche Konsequenz, die dieser abrupte Richtungswechsel für die Gremien der globalen Governance, wie wir sie gekannt haben, hat, verbunden mit der Hypothese, dass einige einfach sterben und andere notwendige Reformen sehen werden.
  4. Insbesondere für Europa das Verschwinden aller gemeinsamer Projekte und Visionen wegen des Scheiterns der EU, was bedeutet, dass alle Pathologien der Vergangenheit (imperiale Träume, alte Feindschaften, usw.) zwangsläufig wieder an die Oberfläche kommen.
  5. Ein identisches Risiko für die Welt, wenn nicht schnell ein überzeugendes und demokratisch legitimiertes Projekt der globalen Governance geboren wird.
  6. Zwischen einer multipolaren und einer bipolaren Welt schwankende Linien für 2017 mit den Risiken der Marginalisierung eines von Bruchlinien durchzogenen westlichen „Blockes“ im Angesicht eines „Restes der Welt“, der im Rahmen des neuen, von China vorgeschlagenen Governance-Modells versucht, sich nach einer multipolaren Logik zu organisieren.
  7. Das große politische Chaos, das Europa dem Rest der Welt präsentieren wird, mit einer ideologischen Verhärtung, die den Glanz des Leuchtturms der humanistischen Werte, der trotz allem Europa immer noch erleuchtet hat, beenden wird.
  8. Das Ende der apolitischen neoliberalen einseitigen Denkweise und die Rückkehr der Handhabung der Probleme durch die Politik auf der einzigen Ebene, auf der es eine gibt: der nationalen Ebene.
  9. Die Risiken des Einschlusses insbesondere der Europäer in eine verzerrte Darstellung der realen Welt unter den Schlägen eines technischen und ideologischen Versagens der Informationssysteme.
  10. Die Richtungen, die im Westen vorgegeben werden durch eine totalitäre Entwicklung, die großgezogen wurde von der trans-humanistischen Denkweise aus dem Silicon Valley, die den Menschen überflüssig machen will …

Quelle: http://geab.eu/de