Ulrich Mohr: Fortschreitende digitale Verblödung und die Annäherung des Menschen an die Maschine

Der Mensch ist lebensfähig, wie er ist, und braucht als Lebewesen keine Technik. Mit fortschreitender Digitalisierung unserer heutigen Gesellschaft kommt es zu besorgniserregenden Entwicklungen:

  • Erlernte Unfähigkeit,
  • Realitätsferne,
  • Naturablehnung,
  • zunehmende Sucht / Abhängigkeit von Smartphones, Internet, sonstiger Technik und Fremd-Unterhaltung.

Diese Phänomene unserer technisierten Welt schafft  abhängige Menschen, die in der Gesellschaft immer natur- und realitätsferner werden.

Dr. med. Ulrich Mohr ist Mediziner, ganzheitlicher Philosoph und Simplonik-Entwickler und -Lehrer. Er analysiert diese heutige  Situation so:

Der Mensch wurde zur (juristischen und wirtschaftlichen) Person – einer Maske (wörtliche Übersetzung von „Person“), zu einem Ausschnitt von sich selbst, der sich mit dieser Reduzierung in die Gesellschaft einfügt und dort „überlebt“. So entstand die problematische Abhängigkeit des Menschen von der Technik bis heute.

Der Mensch muß seine Intuition unterdrücken und seine Gefühle verneinen, um überleben zu können. Seine natürliche Überlebensfähigkeit, sein Vermögen, die Naturkräfte für sich zu nutzen, ist ihm durch die naturferne und technisierte Lebensweise abhanden gekommen und abtrainiert worden. Abstumpfung gegenüber dem Natürlichen, Stress und Anspannung bis zur regelrechten Angst vor der Natur halten ihn davon ab, sich der Natur wieder zu nähern. In der aktuellen Gesellschaft ist die Person von ihren natürlichen Impulsen wie Fortpflanzung, Überleben und Ernährung weit entfernt.

Mensch und Maschine sind schon heute verschmolzen.

Dieser zur Person verarmte Mensch wird immer mehr zur Biomaschine transformiert bzw. zu einem Bio-Technik-Mischwesen (Cyborgs mit Künstlicher Intelligenz) gemacht.

Stefan Greiner in einem Interview: „Meiner Meinung nach sind wir auch heute schon so stark mit der Technik verwachsen, dass wir uns nicht mehr losgelöst als rein biologisches Wesen begreifen können. „

„Ein Cyborg ist ein Mensch, in dessen Körper technische Geräte integriert werden. Ursprünglich gedacht als Ersatz oder zur Unterstützung nicht ausreichend leistungsfähiger Organe, gehen die Anwendungen heute bis zur beliebigen Leistungssteigerung des Gehirns.“ Prothesen, Implantate, Devices und implantierte Chips gehören dazu.

Die Person ist heute nur noch auf der Jagd nach zusammenhanglosen Informationsbrocken,

  • um sich an der richtigen Stelle in der Gesellschaft gefällig zu verhalten,
  • um sich falsches und unsinniges „Lob“ einzuheimsen,
  • um nicht mehr aus eigener Kraft, sondern über das System sein Überleben zu sichern.

Erkennen von Zusammenhängen seien dabei unerwünscht und auch kaum noch zu erlangen, wenn die „algorithmische Person“ in der Schule und in Medien einer Datenüberflutung  aus isolierten Wissensbrocken ausgesetzt ist, die lediglich besinnungslos auswendig gelernt und wiedergekäut werden müßten. Und für die Bewältigung genau dieser Datenflut sei der Computer „notwendig“. Nach Ulrich Mohr ist dieser Computer als Datenverarbeiter für die Person keine Notwendigkeit, sondern eine Folge der künstlichen, algorithmischen Lebensweise.

Doch „Logik“ ist etwas anderes als „Sinn“. Sinn schließt die Realität ein, während Logik nur ein realitätsunabhängiges Mittel des Denkens ist.

Das Problem der Digitalisierung wird spätestens dann deutlich, wenn die virtuelle Welt im Kopf des Betroffenen immer mehr die tatsächliche Welt überlagert.

So entwickeln Menschen in Scheinwelten „virtuelle Scheinpersönlichkeiten“ und erleben virtuelle Abenteuer in virtuellen Realitäten, die von den Machthabern und Machern gezielt lenkbar sind.

Es geht heute den Machthabern um die Beherrschung der Phantasie des Menschen. Und genau das bewegt sich mit der Entwicklung immer neuer Maschinen und Technologien für noch realistischere „Virtual Reality“-Computerspiele kollektiv voran.

Die Gefahr liegt dabei in der Realitätsferne der virtuellen (Spiel-)Welt und der Kontrollierbarkeit und Steuerbarkeit des schon reduzierten Menschen als Person.

Die Macher der heutigen technologischen Medien können innerhalb kürzester Zeit Menschen so umerziehen, genau das Gegenteil von dem zu glauben und zu tun, was sie bisher glaubten und taten.

Ausweg-Vorstellungen von Ulrich Mohr: Zurück zu den drei Intelligenzen des Menschen – des Herzens, des Kopfes und des Bauches

Alle drei Hauptintelligenzen sollten wieder ein gleicher Weise Beachtung finden.  In Verbindung zur Natur und zu sich selbst müsse eine bewußte Umorientierung passieren. Diese Um-Orientierung wird leider überwiegend erst durch Leidensdruck vonstatten gehen.  Der Mensch lernt durch Leiden oder Erkenntnis.

Entwicklungs-Vorstellung der Cyborg-Szene: 

„Ich sehe überhaupt keine Gefahr und keine Grenzen in der Verschmelzung von Mensch und Maschine. Ganz im Gegenteil, ich denke es ist ein natürlicher und evolutionär begründeter menschlicher Gang.

Ich bin jedoch höchst skeptisch was den Nährboden, also die gesellschaftliche Grundlage angeht, auf der sich diese Verschmelzung vollzieht. Wenn also vielmehr die Optimierung des Menschen in einer Leistungssteigerungsgesellschaft und nicht die freiheitlich orientierte Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund stehen, würde ich eine konkrete Gefahr sehen. Die vorherrschenden Menschenbilder, Moralvorstellungen und normativen Grundstrukturen einer Gesellschaft bestimmen, wie wir die an sich neutrale Technik für uns zu Nutze machen und welche Identität wir in der fortschreitenden Mensch-Maschine Verschmelzung finden. Genau aus dieser Sicht heraus besteht der dringende Bedarf, diese, unsere Zukunft auf einer gesamtgesellschaftichen Ebene zu diskutieren.(Stefan Greiner)

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